Orientierende Untersuchung

Die orientierenden Untersuchungen der "Altlast Sattler" in Schonungen laufen seit Anfang 2001. Nachdem aufgrund eines neuen LFW-Merkblatts 3.8/1 zusätzliche Analysen der Bodenproben notwendig wurden, wurde das Ergebnis der orientierenden Untersuchung von Ende 2001 auf Mitte 2002 vom Landratsamt Schweinfurt verschoben. Seit Ende Juni liegt nun das Ergebnis vor.

Im Zuge der orientierenden Untersuchung wurden 151 Rammkernsondierungen (RKS) für den Pfad Boden-Wasser durchgeführt, das sind pro Grundstück im Durchschnitt 2-3 Proben. Verdachtsflächen waren nach der historischen Recherche neben der Farbfabrik mit den Produktionsbereichen um die Walkmühle und die Spitzmühle auch die Flurstücke der Heg- und Papiermühle. Aus den 151 RKS wurden insgesamt 431 Proben und 2 Sonderproben (oraganoleptisch auffällige Farbreste) entnommen und analysiert. Insgesamt wurden 436 Bodenuntersuchungen, 5400 Einzelanalysen und 5 Kegelbohrungen gemacht. Um die Hintergrundbelastung zu ermitteln wurde nördlich der Papiermühle 3 Proben für einen Referenzschurf entnommen. Für die Grundstückseigentümer wurden insgesamt 63 Einzelgutachten erstellt. Zusammenfassend wurden bei 90 % der untersuchten Grundstücke Belastungen gefunden, die weitere Maßnahmen erforderlich machen. Die Kosten der orientierenden Untersuchung belaufen sich zwischenzeitlich auf ca. 150.000 Euro.

 


Pfad Boden-Wasser:

Bei der Untersuchung des Boden-Wasser Pfades wurden unter anderem sehr massive Arsenbelastung festgestellt. Als Maximalwert wurden 135 g/kg Arsen und 11g/kg Blei gefunden. Bei dem Eluatgehalt überschritten 437 Proben den Prüfwert, 306 Proben überschritten den Prüfwert um den Faktor 10. Als Ergebnis kann von einer akuten Gefährdung des Grundwassers ausgegangen werden.

 

Prüfwerte am Ort der Beurteilung
Parameter
Einheit
Prüfwert
Arsen
ug/l
10
Blei
ug/l
25
Cadmium
ug/l
5
Chromges.
ug/l
50
Chromat
ug/l
8
Kupfer
ug/l
50
Zink
ug/l
500

 

Stufe 1-Werte und Stufe 2-Werte für Leitparameter
Parameter
Einheit
Stufe 1-Wert
Stufe 2-Wert
Arsen
ug/l
10
40
Blei
ug/l
25
100
Cadmium
ug/l
5
20
Chromges.
ug/l
50
200
Chromat
ug/l
8
30
Kupfer
ug/l
50
200
Zink
ug/l
500
2000

 


Pfad Boden-Mensch:

Um die Belastung für den Pfad Boden-Mensch zu ermitteln wurden 15 -25 Schürfproben pro Grundstück gesammelt. Die Schürfproben erfolgten bis zu einer Tiefe von 30 cm.
Die Arsen-Gehalte lagen in allen Proben zwischen 6,3 mg/kg und 1600 mg/kg deutlich über den Hintergrundwerten.
Für Blei wurde ein maximaler Wert von 9100 mg/kg festgestellt. Der Minimalwert lag bei 13 mg/kg. Die übrigen werde lagen zwischen 34 mg/kg bis 2480 mg/kg und damit ebenfalls deutlich über den Hintergrundwert.
Die Cadmium-Gehalte reichen von 0,38 mg/kg im Bereich des geogenen Hintergrundwertes bis 45 mg/kg als deutliche Belastungsspitze.
Die im Bereich der Kinderspielflächen mit gemessenen Chrom-Gehalte von 12 - 15 mg/kg sind unauffällig.

 

 
Prüfwerte [mg/kg TM]
Stoff
Kinderspielflächen
Wohngebiete
Park- und Freizeitanlagen
Industrie- und Gewerbegrundstücke
Arsen
25
50
125
140
Blei
200
400
1000
2000
Cadmium
10
20
50
60
Chrom
200
400
1000
1000

 


Pfad Boden-Pflanze:

Für den Pfad Boden Pflanze wurden 30 Grundstücke untersucht. Nach Aussage von Hr. Herr Reichelsdorfer (Regierung von Unterfranken) müssen die Werte in Relation zur Verwendung, ob der Garten ein Nutz- oder Ziergarten ist, betrachtet werden. Der Prüfwerte hierfür findet sich in der Bodenschutzverordnung. Der geringste Teil der Schwermetalle wird von der Pflanze aufgenommen. Es wurde empfohlen Ernterückstände nicht selbst zu kompostieren und nicht zu tief umzugraben (Spatentiefe reicht). Es wurde darauf hingewiesen auch weiterhin keine Nutzpflanzen im Garten anzubauen.
Pflanzenverfügbare Anteile für Blei im Ammoniumextrakt sind in den meisten Fällen nicht nachweisbar. In 6 Fällen liegen jedoch pflanzenverfügbare Blei-Gehalte im Extrakt zwischen 0,08 mg/kg und 0,65 mg/kg vor.
Pflanzenverfügbare Anteile für Cadmium Ammoniumextrakt sind in den meisten Fällen ebenfalls nicht nachweisbar. In 13Fällen liegen jedoch pflanzenverfügbare Cadmium-Gehalte im Extrakt zwischen 0,02 mg/kg und 1,4 mg/kg vor.

Prüf- und Maßnahmenwerte nach BBodSchV für den Wirkungspfad Ackerbau/Nutzgarten [mg/kg TM]
Methode
Prüfwert
Maßnahmenwert
Arsen (As)
Königswasser
200
-
Blei (Pb)
Ammoniumnitrat
0,1
-
Cadmium (Cd)
Ammoniumnitrat
-
0,04/0,1

 


 

Grundwasserverhältnisse:

Ein offener Punkt blieb ist die Grundwasserfließrichtungen. Durch eine besondere tektonische Eigenart konnte die Grundwasserfließrichtungen nicht ermittelt werden. Dies erschwert die Beurteilung der Gefährdung des Grundwassers durch die Schwermetalle. Um genauere Aussagen bzgl. der Grundwassergefährdung machen zu können, sind weitere Bohrungen notwendig.